Das Niedersächsische Innenministerium wird zukunftsfähig gemacht
Mitten in Hannover wird ein architektonisches Zeitzeugnis neu gedacht: Die Fenster- und Fassadensanierung des unter Denkmalschutz stehenden Ministeriums für Inneres und Sport vereint technische Innovation mit Respekt vor der Geschichte. Für das Staatliche Baumanagement Hannover entsteht hier ein Vorzeigeprojekt, das zeigt, wie nachhaltige Sanierung im laufenden Betrieb gelingen kann.
„Die Wiederverwendung des historischen Natursteins ist nicht nur ressourcenschonend, sondern auch ein starkes Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Bestand.“
– Thomas Behle, verantwortlicher Projektmanager
Konstruktion mit Tradition
Die größte Herausforderung: Die energetische Ertüchtigung einer bislang ungedämmten Fassade, ohne das denkmalgeschützte Erscheinungsbild zu verändern.
Die Lösung: Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit mineralischer Wärmedämmung, bei der die Fenster nach außen in die Dämmebene verschoben wurden – die ursprüngliche Geometrie blieb erhalten. Möglich wurde dies durch enge Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.
Was die Fassade ausmacht
Ein technisches Novum: Die Wiederverwendung der historischen Natursteinplatten. Aus 30 mm starken Originalplatten wurden zwei neue 12 mm Deckschichten gewonnen – montiert auf Leichtbetonträgerplatten. Die Schnittflächen liegen außen, wodurch eine neuwertige Oberfläche entsteht, ganz ohne neues Material. So bleibt die Farbgebung und Struktur der Fassade wie im Errichtungsjahr 1955 erhalten.
Technik trifft Verantwortung
Die Bauausführung erfolgt im laufenden Betrieb – mit höchsten Anforderungen an Sicherheit und Brandschutz. Technische Lösungen und ein klar strukturierter Bauablauf mit kurzen Reaktionszeiten sorgen für reibungslose Abläufe. Die enge Zusammenarbeit mit Herstellerfirmen und Fachplanerinnen ermöglichte eine individuelle Lösung, die technische Qualität und gestalterische Präzision vereint.
Gemeinsam für den Bestand
Dieses Projekt zeigt: Denkmalpflege und moderne Konstruktion schließen sich nicht aus. Im Gegenteil – sie ergänzen sich. Die kreative Wiederverwendung von bauhistorischen Materialien, die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten und die Offenheit des Auftraggebers für neue Wege machen das Projekt zu einem Vorbild für nachhaltiges Bauen im Bestand.
