Sanierungsstau. An einer Schule, wo Flüssiges das Thema.
Selbst das Bauen wird hier Schule machen! Die Beruflichen Schulen Rheingau in Geisenheim standen – wie viele Bildungseinrichtungen – vor veralteten Gebäuden, Sanierungsstau und Platzmangel. Hinzu kamen die Interessen von Drittnutzern und der laufende Schulbetrieb. PA+ Architekten entwickelten ein Konzept, das Restrukturierung, Abbruch und Neubau vereint und endlich eine eigene Sporthalle ermöglicht.
Restrukturierung, Abbruch, Neubau und endlich eine eigene Sporthalle
Entstanden ist ein Gebäudekomplex aus fünf Bauteilen mit komplexen Raum- und Nutzungsanforderungen. Labore, Ausbildungsküchen, Werkstätten, Aufenthaltsräume, Aula und Verwaltung wurden ergänzt durch einen Neubau mit Einzel-Sporthalle. Besonders: Hier lernen angehende Winzer:innen und Fachkräfte für Getränketechnik – bundesweit einmalig.
Ein Campus mit überzeugender Außenwahrnehmung
Mehrere Bauabschnitte, in Etappen angegangen, ergeben ein stimmiges Ganzes, das dem städtebaulichen Kontext und den Menschen entspricht. Das Bestehende wurde fortgeschrieben, Modernisierung und Revitalisierung standen im Fokus. Die Planung von Abbruch und Neubauten wahrt die Einbindung in die Landschaft und schafft ein nahtlos einheitliches Gefüge.
Drittnutzer mit eigener Adresse
VHS, ProJob und das Medienzentrum haben nun eigene Räumlichkeiten und Eingänge – und sind dennoch mit dem Campus verwoben. Synergien entstehen: Die Schule nutzt Mountainbikes für den Sportunterricht, ProJob betreibt die Fahrradwerkstatt. Die Qualität der Freiflächen und das Angebot für alle Nutzergruppen wurden deutlich aufgewertet.
Fortschritt im laufenden Schulbetrieb
Die Bauarbeiten erfolgten bei laufendem Betrieb. Durch exakte Terminplanung und reibungslose Prozesse wurde Tempo ins Bauvorhaben gebracht. Bauteil E wurde im April 2025 fertiggestellt, weitere Abschnitte folgen bis 2030.
Technische und nachhaltige Besonderheiten
Die Planung setzt auf eine ressourcenschonende Kombination aus 70 % Bestandsnutzung und energieoptimierten Neubauten, die durch eine BAFA-geförderte energetische Sanierung ergänzt werden. Für die Gründung kamen 443 Ortbetonverdrängungspfähle zum Einsatz – ein erschütterungsfreies Verfahren, das besonders für sensible Umgebungen geeignet ist. Die Schadstoffsanierung umfasste die Entfernung von Asbest und künstlichen Mineralfasern (KMF). Acht Ladestationen für E-Fahrzeuge fördern nachhaltige Mobilität auf dem Campus. Die Gebäude sind vollständig barrierefrei und bieten eine hochwertige Ausstattung in den Fachklassenräumen. Ergänzt wird das Konzept durch eine umfassende Brandschutzertüchtigung und moderne Gebäudetechnik, die den aktuellen Standards entspricht.
Fazit
Mit der Neustrukturierung entsteht ein Campus, der den Sanierungsstau auflöst und durch die Kombination aus Bestandsnutzung, energieoptimierten Neubauten und kompakter Gebäudestruktur langfristig tragfähige Lösungen bietet. Die Integration von Drittnutzern, die neue Sporthalle und die Aufwertung der Freiflächen schaffen Mehrwert für Bildung, Gemeinschaft und Region.
